Ratgeber

Wechseljahre: Was passiert im Körper?

Eine verständliche Übersicht über Perimenopause, Menopause und was Du im Alltag tun kannst

Von Brigit Gosteli, Personal Health Coach

Zum Welt-Menopause-Tag am 18. Oktober: Jedes Jahr rückt an diesem Tag ein Thema in den Fokus, über das noch immer zu wenig gesprochen wird. Ein guter Anlass, die eigenen Veränderungen ernst zu nehmen und besser zu verstehen.

Du schläfst schlechter als früher, bist gereizter oder merkst, dass Dein Körper anders reagiert, und Dein Zyklus ist noch gar nicht auffällig? Viele Frauen führen solche Veränderungen auf Stress oder den Alltag zurück. Manchmal stecken die Wechseljahre dahinter, und zwar früher, als viele denken. Dieser Artikel ordnet ein, was im Körper passiert und was Du selbst tun kannst.

Wichtig vorab: Die Wechseljahre sind kein Krankheitszustand, sondern ein natürlicher Übergang. Trotzdem sind Beschwerden häufig. Nach Angaben von Fachärztinnen haben mehr als zwei Drittel aller Frauen Wechseljahrbeschwerden, bei der Hälfte davon sind sie stark ausgeprägt1.

Die drei Phasen einfach erklärt

Wann beginnen die Wechseljahre?

Das mittlere Alter für die Menopause liegt bei etwa 50 bis 51 Jahren. Der Beginn der Perimenopause ist unscharf definiert und macht sich oft etwa 8 bis 10 Jahre vor der Menopause mit ersten klinischen oder hormonellen Zeichen bemerkbar1,3. Rechnerisch kann das also schon Anfang 40 sein, bei manchen Frauen auch früher.

Das heisst: Es gibt keinen festen Zeitpunkt. Manche Frauen bemerken erste Veränderungen schon früh, andere erst deutlich später. Fachleute beschreiben, dass die Übergangsphase von Frau zu Frau sehr unterschiedlich erlebt wird3.

Tritt die Menopause vor dem 45. Lebensjahr ein, spricht man von früher Menopause.

Was im Körper passiert

In der frühen Perimenopause schwankt die Hormonproduktion der Eierstöcke stark. Phasen mit viel Östrogen wechseln sich mit Phasen mit wenig Östrogen ab, und gleichzeitig sinkt zunehmend das Progesteron, weil nicht mehr jeden Monat ein Eisprung stattfindet1. Diese Schwankungen erklären, warum die Beschwerden so unterschiedlich und manchmal unberechenbar sind.

In der Postmenopause bleibt der Östrogenspiegel dauerhaft niedrig. Dann stehen Beschwerden im Vordergrund, die mit dem Östrogenmangel zusammenhängen, etwa Hitzewallungen oder Schleimhauttrockenheit.

Häufige Veränderungen

Wichtig: Jede Frau erlebt diese Zeit anders. Manche haben kaum Beschwerden, andere sind stark belastet. Beides ist normal.

Was im Alltag helfen kann

Fachärztinnen empfehlen bei Wechseljahrbeschwerden immer auch eine Beratung zum Lebensstil. Häufig genannt werden diese Bereiche:

Wichtig ist bei allem, dass es zu Dir und Deinem Alltag passt. Kleine Schritte, die Du durchhältst, bringen mehr als grosse Vorsätze.

Wann ärztlicher Rat wichtig ist

Suche ärztlichen Rat, wenn Beschwerden Deinen Alltag stark einschränken, wenn Du auffällige oder sehr starke Blutungen hast, wenn Du jünger als 45 bist und Deine Periode unregelmässig wird oder ausbleibt, oder wenn Du Dich fragst, ob eine Hormontherapie für Dich in Frage kommt. Das besprichst Du mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Wie ein Personal Health Coach begleiten kann

Ich begleite Dich nicht anstelle der ärztlichen Betreuung, sondern als Ergänzung. Gemeinsam schauen wir, welche Veränderungen Du bemerkst, wie Du Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stress im Alltag so gestaltest, dass es zu Dir passt, und wie Du ärztliche Empfehlungen umsetzen kannst.

Wenn Du wissen möchtest, ob eine Begleitung für Dich passt, buche ein unverbindliches Erstgespräch . Mehr zu hormonellen Veränderungen findest Du auf meiner Themenseite «Hormoncoaching bei hormonellen Veränderungen».

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.

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Quellen

  1. 1. Werth N, Dolinschek R, Kohl Schwartz A: Differenzierte Therapie in der Perimenopause. Gynäkologie 4+5/2024, Luzerner Kantonsspital. rosenfluh.ch
  2. 2. Greendale GA et al.: Bone Mineral Density Loss in Relation to the Final Menstrual Period in a Multiethnic Cohort: Results from the Study of Women's Health Across the Nation (SWAN). J Bone Miner Res 2012. pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  3. 3. El Khoudary SR et al.: Menopause Transition and Cardiovascular Disease Risk: Implications for Timing of Early Prevention. American Heart Association Scientific Statement, Circulation 2020;142:e506-e532. www.acc.org
  4. 4. European Menopause and Andropause Society (EMAS), Menopause Essentials 2026: Menopause and lifestyle: Exercise. emas-online.org
  5. 5. International Menopause Society (IMS), World Menopause Day 2025: The Role of Lifestyle Medicine in Menopausal Health, Factsheet 1: Healthy Eating in Midlife & Menopause. menopause.org.au
  6. 6. International Menopause Society (IMS), World Menopause Day 2025: The Role of Lifestyle Medicine in Menopausal Health, Factsheet 5: Restorative Sleep in Menopausal Health. menopause.org.au
  7. 7. Greendale GA et al.: Changes in body composition and weight during the menopause transition. JCI Insight 2019;4(5):e124865. insight.jci.org
  8. 8. Lovejoy JC et al.: Increased visceral fat and decreased energy expenditure during the menopausal transition. Int J Obes 2008;32(6):949-958. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov